Reisebericht zur Israelreise 2006

Israelreise 2006 mit Daniel und Thorsten Müller vom 9. - 19. Mai 2006

Dazu gibt es auch einen Videobeitrag von Thorsten Müller

Dienstag, 9. Mai 2006

Endlich ging es los. 61 Pilger starteten heute ins Heilige Land. Nach einem angenehmen Flug steuerten die beiden Busse zunächst einen biblischen Garten in der Nähe von Tel Aviv an. Dort genossen wir zum ersten Mal die malerische Landschaft Israels. Nach einer kurzen Einweisung in die biblische Bedeutung von Regen und Spätregen fuhren wir nach Jerusalem.

Dort angekommen blickten viele der Reiseteilnehmer zum ersten Mal auf die Altstadt Jerusalems. Nach der traditionellen Lesung von Psalm 122 segnete die Gruppe noch kurz die Stadt von der Aussichtsplattform.

Im Hotel angekommen stärkten wir uns am Buffet und zogen uns nach einem kurzen gemeinsamen Treffen in unsere Zimmer zurück.

Mittwoch, 10. Mai 2006

Das erste Frühstücksbuffet bekam der Gruppe vorzüglich. Nach einer kurzen ermutigenden Andacht mit Daniel aus Psalm 64 fuhr die Gruppe zur Knesset, dem Sitz der Israelischen Regierung. Vor dem Haupteingang steht die bekannte Menora, der siebenarmige Leuchter, welcher auch eines der vielen nationalen Symbole des Landes darstellt. Nach einem Gruppenfoto begrüßte uns aus der Knesset der Sekretär von Dr. Yuri Shtern; letzterer war leider erkrankt. Der Abgeordnete Shtern ist ein gläubiger Christ und unterstützt die Arbeit von Robert Stearns. Beide waren auch beim Israelgebetstag im Oktober 2005 bei uns in Karlsruhe zu Gast. Der Sekretär bedankte sich stellvertretend bei der Gruppe für das Kommen sowie das Engagement des Missionswerkes in Israel. Das Land brauche die Unterstützung der Christen, vor allem im Gebet.

Gruppenfoto vor der Menora
Gruppenfoto vor der Menora

Der nächste Programmpunkt war Kirjat Jearim, wo die Bundeslade stand. Ich, Thorsten, sprach über die weite und lange Reise, die die Lade vom Philisterland bis nach Jerusalem machte, nachzulesen in 2. Samuel 6.

Weiter besuchten wir das biblische Dorf Yad Hashmona, wo uns Eli, einer der dortigen Leiter, einiges über die heutige Situation im Bezug auf die Bibel mitteilte. Im biblischen Garten begutachteten wir noch die nachgebaute Ölpresse. Israel ist ja bekanntlich das von Gott verheißene und gesegnete Land. Wieso aber hat Gott dem Land kein Erdöl, welches ja in der Weltgemeinschaft sehr geachtet ist, gegönnt? Eli wusste die Antwort auf diese Frage, die er selbst stellte: Rohöl ist ein Rohstoff, der aufgebraucht wird und Öl von Olivenbäumen wächst nach. Im nahen Osten sind nur in Israel die klimatischen Bedingungen für Ölplantagen geeignet!

Nachbau einer Synagoge im biblischen Garten
Nachbau einer Synagoge im biblischen Garten

Obligatorisch besuchten wir die Altstadt von Jerusalem, zogen durch die Via Dolorosa und besuchten anschließend die Klagemauer - ohne zu klagen, was auch den Zustand der Gruppe wiedergibt. Am Abend sprach Isolde am Beispiel Abrahams (1. Mose 26, 12-30), wie wichtig es ist, einen Brunnen mit frischem Wasser zu haben, damit unser Glaube nicht versiegt.

Donnerstag, 11. Mai 2006

Heute begann der Tag nach der Andacht in der Umgebung von Jerusalem, dem Ort Emmaus. Dort begegnete der Auferstandene zwei der Jünger. Daniel sprach von der Wichtigkeit, den richtigen Weg einzuschlagen.
Weiter führte uns unser Weg ins Ela-Tal, wo David mit Goliath kämpfte. Die Gruppe konnte sich ein Bild von der geographischen Lage dieses Ortes machen und verstand so, wie jeder einzelne Soldat beider Heere den Kampf bzw. den Sieg Davids mitverfolgen konnte.

Nach einer Mittagspause im Kibbuz Ramat Rachel besuchten wir das Gartengrab. Hier bekamen wir von einer deutschen Führerin der Gartenanlage einen interessanten Vortrag über die Stelle. Wie Israelfreunde wissen, gibt es in Jerusalem zwei Orte, wo man die Grablegung Jesu vermutete. Zum einen in der Grabeskirche und zum anderen im Gartengrab.

Dort am Gartengrab verlief damals die Hauptstraße der Händler zum Meer. Die Römer pflegten die öffentlichen Kreuzigungen an prägnanten Orten durchzuführen. Unmittelbar hinter dem Felsen Golgatha befindet sich die Kirche St. Stephanus, die an die Steinigung des Stephanus erinnerte. So war dies wohl damals der Ort, an welchem die Todesurteile vollzogen wurden. Wir genossen den Frieden dieses Ortes und jeder Reiseteilnehmer konnte mit eigenen Augen das leere Grab sehen.

Wieso begruben die Leute in der biblischen Zeit die Toten in Felsen? Es war damals schon das Heilige Land. In heiligen Boden begräbt man keine unheiligen Toten. Manche neue Erkenntnis tut sich dem bibelkundigen Pilger auf.

Heute Abend werden wir nochmals unsere Busse besteigen und in der Wüste Beduinen besuchen, um zu verstehen, wie man zu den Zeiten Abrahams lebte.

Freitag, 12. Mai 2006

An diesem Freitag fuhren wir zunächst zum Ölberg, welcher in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel liegt. Nachdem wir das Gruppenfoto mit der Altstadt als Hintergrund schossen, hörten wir einen kurzen Vortrag über die Aussicht vom Ölberg. Karin, eine unserer beiden Reiseleiter, beschrieb uns den Leidensweg Jesu von der Gefangennahme, über das Verhör, der Verurteilung, der Verleumdung des Petrus bis hin zur Kreuzigung. Mancher Reiseteilnehmer war überrascht, wie nah diese Begebenheiten örtlich beieinander liegen.

Danach erlebten wir einen gesegneten Gottesdienst mir Abendmahl im Garten Gethsemane. Als nächstes erreichten wir auf dem Berg Zion den Saal des letzten Abendmahles. Daniel erklärte uns die Begebenheit und stimmte ein Loblied Gottes an. Die Gruppe erlebte die kurze, aber intensive Zeit des Gebets in neuen Zungen. Was viele nicht wissen ist, dass unter dem Abendmahlssaal das Grab von König David ist.
Nun weiß man natürlich nicht genau, ob das auch wirklich der Saal war, in welchem nun auch das letzte Abendmahl stattfand. Wenn es aber so gewesen ist, dann hat Jesus mit seinen Jüngern das Mahl auf Davids Grab gehalten. Ist nicht Jesus ein Nachkomme des Stammes Juda, so wie es auch David war? Ermutigt zogen wir weiter zur Mittagspause.

Abendmahl im Garten Gethsemane
Abendmahl im Garten Gethsemane

Von Ramat Rachel blickten wir nach dem Essen hinüber nach Bethlehem, was Brothaus bedeutet. Dany erklärte uns, wie es zu diesem Namen kam. Es war ein Ort, der nicht nur von Schafzucht, sondern auch von Landwirtschaft lebte. Aufgrund der stark unterschiedlichen Vegetation konnten Hirten und Bauern im gleichen Dorf wohnen und hatten immer genügend Einkommen, da je nach Wetter entweder das eine oder andere Gewerbe am Aufblühen war.

Einen kurzen Halt machten wir vor dem Hotel King David, in dessen Vorgarten ein Grab mit einem Grabstein gefunden wurde. So verstanden wir, was es bedeutet, wie ein Grabstein gerollt werden musste. Zum Abschluss der Tagestour besuchten wir noch Ain-Karim, die Geburtsstadt Johannes des Täufers.

Samstag, 13. Mai 2006

Heute hieß es Abschied von Jerusalem zu nehmen. Mit einem letzten Segensgebet im Bus verließen wir die Hauptstadt Israels in Richtung Jericho. Innerhalb von wenigen Minuten befanden wir uns schon in der Wüste, die gleich hinter Jerusalem beginnt. Dort befindet sich auch das Kloster Wadi Kelt, welches zu Gedenken an Elia, den Gott dort in der Einöde durch die Raben versorgte, gebaut wurde. Nach einigen erläuternden Worten ging es weiter.

Beim Kloster Wadi Kelt
Beim Kloster Wadi Kelt

Da wir noch etwas Zeit hatten, machten die Busse einen kleinen Umweg, so dass wir noch den Nachbau der Stiftshütte von außen betrachten konnten. Diese wurde maßstabsgetreu nachgebaut und steht nun in der Region, in welcher auch die echte Stiftshütte stand. Es war ein beeindruckendes Bild . und die biblische Beschreibung dieses mobilen Gotteshauses wurde jedem Reiseteilnehmer lebendig. Vermutlich werden wir bei unserer nächsten Reise dort mehr Zeit verbringen, um dort eine Andacht zu halten zu können.

Um 10.00 Uhr öffneten sich die Tore zum militärischen Sperrgebiet. Soldaten begleiteten uns bis zum Jordan an die Stelle, wo Jesus getauft wurde, die Israeliten mit Josua durch den Jordan gingen und Elia mit dem feurigen Wagen abgeholt wurde. Daniel predigte über das verheißene Land, das es nicht nur damals einzunehmen galt, sondern auch heute immer wieder jeder Gläubige neu in seinem Umfeld einnehmen muss. Diese biblische Begebenheit ermutigte uns, wie Josua voranzuschreiten und neues Land einzunehmen.

Gruppenfoto an der Taufstelle Jesu
Gruppenfoto an der Taufstelle Jesu

Wie üblich hielten wir uns über die Mittagszeit in Qumran auf. Dort wurden die Jesaja Rollen gefunden. Sicher werden viele Israelfreunde diese Zeilen lesen. Deshalb hier eine kurze Bemerkung nebenbei: Spätestens in Qumran hat jeder Pilger wahrgenommen, dass der Tourismus wieder im vollen Aufwind ist. Der Busparkplatz war nicht nur voll, sondern die Busse mussten sogar anstehen, bis sie einen Parkplatz bekamen. Das Ein- und Ausparken geschah immer israelisch - viele lautstarke Zurufe der zahlreichen Busfahrer gemischt mit den unterschiedlichen Huplauten. Wir Europäer mussten schmunzeln, da uns dies ungewohnt war.

Nach einer kurzen Badegelegenheit im Toten Meer reisten wir weiter nach Galiläa, wo uns das Hotel in Tiberias erwartete. Es sind alle gesund und munter angekommen.

 

Unsere Reiseleiter

Reiseleiterin Karin Reiseleiter Dany
Reiseleiterin Karin Reiseleiter Dany

 

Sonntag, 14. Mai 2006

An diesem Morgen zogen wir nicht wie üblich mit dem Bus los, sondern mit dem Schiff. Gleich vor unserem Hotel befindet sich die Anlegestelle. Nach einigen Minuten stellten wir auf dem See Genezareth den Motor aus und Thorsten sprach von dem Schritt aus dem Boot, welchen wir auf das Wort des Herrn Jesus wagen sollen.
Am Kibbuz Nof Ginossar legten wir an und bestaunten den Fund des Bootes aus der Zeit Jesus. Yufi, der das Boot vor einigen Jahren fand, als der See einen historischen Tiefstand hatte, zeigte uns persönlich seinen Fund, der in dieser Art einmalig ist.
Weiter ging die Reise via Bus. In Kapernaum sprach Daniel von den Worten Jesu, die den Diener des Hauptmanns von Kapernaum wieder gesund werden ließen.

Bei Mensa Domini stellte Jesus nach der Auferstehung dem Petrus die bekannte Frage "Hast Du mich lieb?". Thorsten predigte vor dem Abendmahl kurz über jene Begebenheit.
In Betsaida heilte Jesus einen Blinden. Wir verstanden, dass Jesus gerne dem einfachen Volk diente.
Am Abend bestimmte die am Donnerstag anstehende biblische Glaubenstaufe das Thema. Daniel sprach über denn Sinn und Zweck dieses biblischen Aktes und unterstrich dies mit zahlreichen Bibelstellen.

Montag, 15. Mai 2006

Ein Ehepaar der Gruppe feierte heute das 30-jährige Ehejubiläum. Passend dazu fuhren wir zunächst nach Kana, wo Jesus das erste Wunder auf einer Hochzeit tat. Daniel erläuterte uns die Begebenheit.

Andacht in Kana
Andacht in Kana

Weiter ging die Reise zu einer Ölpresse aus dem Stamm Asser, der schon zu biblischer Zeit den Tempel mit Öl belieferte. Wir lernten, dass Olivenöl sowohl einen medizinischen, als auch einen spirituellen Nutzen (gemäß Jakobus 5) hat. In diesem Öl ist nämlich viel Vitamin E enthalten, was unserem Körper gut tut - von innen durch Einnahme und von außen durch Einreiben auf die Haut. In dieser Presse wird auch die berühmte "Siegfried Creme" verkauft (Erläuterung in der TV-Sendung am nächsten Sonntag). Nach dem interessanten Vortrag musste wohl das Fach mit dieser Gesichtscreme neu aufgefüllt werden.

Ölpresse
Ölpresse

Nach einem Rundgang durch die Verkündigungskirche in Nazareth erreichten wir die Harod-Quelle. Hier wählte Gideon seine Mannschaft zum Kampf gegen die Amalekiter. Thorsten sprach über diese biblische Geschichte und stellte die Tatsache heraus, dass die größte Schlacht nicht durch Intelligenz oder Können gewonnen wird, sondern durch Gottes Weisheit.

Harod-Quelle
Harod-Quelle

Dienstag, 16. Mai 2006

Mit Frühstück und Andacht starteten wir in den Tag. Zunächst führte uns das Programm auf den Berg Tabor. Wie immer wurden wir auch dieses Mal von alten und neuen Taxis die enge Serpentinenstraße hinauf gefahren.

Ungefähr 10 Minuten vom Berg Tabor entfernt liegt Nain. Dort sprach Daniel von dem jungen Mann, der als einziger Sohn seiner Mutter gestorben war. Jesus hielt den Trauerzug an und erweckte den Jungen von den Toten.

Weiter ging die Reise nach der Mittagspause auf das Karmelgebirge. Dort besuchten wir zum ersten Mal eine messianische Gemeinde. Der Leiter ist David Davis und hat dort ein Gemeindezentrum errichtet. In Haifa gibt es eine Arbeit für Drogenabhängige, aber auch ein Kindergarten, Schule, Frauenhaus, etc. gehören diesem Dienst an. In der wunderschönen Kapelle erlebten wir zusammen eine Lobpreiszeit in Hebräisch, Englisch und Deutsch. Wir segneten das Land Israel und die Gemeinde. Zum Abschluss durften wir noch von der riesigen Plattform auf dem Kirchengebäude die Umgebung von der Jesreelebene bis hin zum Mittelmeer bestaunen.

Mittwoch, 17. Mai 2006

Noch einmal fuhren wir Richtung Kapernaum. Doch wir hielten am Berg der Seligpreisungen an, standen am Hang und verstanden Daniel als er von weiter unten ohne Mikrofon zu uns sprach. Der Wind - vom See kommend - trug die Worte bis zur Gruppe hoch. So konnte Jesus zu 5.000 Männern und deren Familien predigen.

Als nächstes stand eine der drei Jordanquellen auf dem Programm. Dort bei Banias sprach Thorsten über die Begebenheit, als Jesus seine Jünger fragte, wer sie denn meinten, dass er sei. Petrus hatte die Offenbarung: "Du bist der Christus, der Sohn des allmächtigen Gottes."
Nach der Andacht nahmen viele die Gelegenheit war, ein Stück entlang des Jordans hinunter zu laufen, um den Wasserfall zu bestaunen. Alle waren von der reichhaltigen und vielfältigen Vegetation angetan. Die Klarheit und Reinheit des Quellwassers ließ uns an die biblische Bedeutung der Quelle denken.

Inzwischen hatten unsere Busfahrer schon ein Picknick im Garten der Quelle vorbereitet, und wir stärkten uns gemeinsam in dieser malerischen Umgebung.

Auf dem Rückweg fuhren wir über die Golanhöhen und hielten kurz an einem Hügel zur Syrischen Grenze. Dort in der Ferne konnte man schon einen Vorort von Damaskus deutlich erkennen. Dies ist die Gegend, in welcher Saulus von einem großen Licht getroffen wurde und zum Paulus wurde.

Donnerstag, 18. Mai 2006

Auch an diesem letzten Tag vor der Abreise starteten wir mit einer gemeinsamen Andacht. Nicht nur für die zwei Geburtstagskinder der Gruppe sollte dies ein besonderer Tag werden, sondern auch für die acht Reiseteilnehmer, die sich zu dem Schritt der Glaubenstaufe entschieden hatten.

Die Gruppe versammelte sich am Jordan an der Taufstelle, wo die acht von Daniel und Thorsten nach Römer 6 in den Tod Jesu getauft wurden. Die Freude der Auferstehung eines jeden Täuflings war groß, als er aus dem Wassergrab wieder heraustrat.

Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Einige spazierten im belebten Tiberias herum, andere genossen noch die Vorzüge des Hotels und legten sich an den Pool, da auch das sonnige Wetter dazu einlud.

Nun freuen wir uns auf das Abschlussessen, welches auf der Hotelterrasse offeriert wird. Dann heißt es Koffer packen und Abschied nehmen, denn morgen fliegen wir wieder nach Hause.

 
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