Israel Reisebericht 2008

Freitag, 24. Oktober 2008

Reisegruppe in Jerusalem
Reisegruppe in Jerusalem

Glücklich und zufrieden landeten am frühen Nachmittag alle 131 Reiseteilnehmer in Tel Aviv. Auf der neuen Schnellstraße ging es direkt nach Jerusalem hinauf. Oben am Mt. Scopus erwartete uns der Reiseleiter Dani und wünschte allen einen gesegneten Aufenthalt im Heiligen Land. Da gerade die Neujahrsfestlichkeiten zu Ende waren, durfte sich jeder einen Apfelschnitz nehmen und in Honig tauchen. Dies ist ein jüdischer Brauch, und man wünscht sich damit ein süßes und fruchtbares neues Jahr. Es wird in Israel frühzeitig dunkel und so glitzerten bereits unzählige Lichter, als Pastor Daniel den Psalm 122 las und die Gruppe für Jerusalem und Israel betete.

Samstag, 25. Oktober 2008

Palmsonntagweg, Kreuzweg, verschlungene Wege durch das arabische Viertel, was haben sie alle gemeinsam? Trubel, Lärm. Was würde Jesus tun, wenn er heute diese Wege gehen würde? Was geht in uns vor, wenn wir diese Wege gehen? Als wir vom steilen Palmsonntagweg zum Garten Gethsemane einbiegen, umfängt uns plötzliche Ruhe. Gerade werden hier Oliven geerntet und wir werden Zeugen, dass heute, zweitausend Jahre später – knorrige alte Bäume - Frucht tragen.

Andacht im Garten Gethsemane
Andacht im Garten Gethsemane

Pastor Daniel bittet uns in eindringlichen Worten unser Gebetsleben neu an Gethsemane auszurichten. Ohne Gethsemane kein Golgatha und keine Auferstehung. Klare Worte, die durchdringen.

Der Gebetssieg wird in Gethsemane errungen, dort bekommen auch wir vom Vater im Himmel die Kraft, alles auszuhalten. Wir brauchen in unserem Alltag den Platz, an dem wir nicht reden, sondern hören und dann tun, was uns Gott sagt. Es gibt Zeiten, in denen andere schlafen, wir aber hellwach sein müssen. Jeder muss seinen eigenen Gebetskampf kämpfen. Nur so stirbt das Ego. Golgatha ist der Platz an dem ich Gott alles gebe. Ich lege mein ganzes Leben in Gottes Hände. Auferstehen kann nur, wer gestorben ist.

Wie eine kalte Dusche reißt uns der Lärm und Trubel der Via Dolorosa aus diesen tiefen Gedanken heraus. Welch ein krasser Gegensatz. Es fällt uns allen sehr schwer uns vorzustellen, dass hier Jesus das schwere Kreuz getragen und den Spott ausgehalten hat. Das Geschrei der Händler und die Hektik beansprucht unsere ganze Aufmerksamkeit und nimmt uns regelrecht gefangen.

Abend im Beduinenzelt
Abend im Beduinenzelt

Und wiederum erleben wir den Unterschied, als wir vom Damaskustor aus den Weg zum Gartengrab nehmen und wie in eine Oase kommen. Ruhe, Blumen, Bäume und wieder eine Predigt, die uns tief berührt. Ist Jesus grenzenlos Herr in meinem Leben? Ist der Stein entfernt? Wie heißt der Stein heute? Ist es mein Stolz, suche ich Mitleid bei anderen, mein starker Wille, Hoffnungslosigkeit? Sperre ich die lebendige Kraft Gottes ein? Jesus hat den Charakter des Grabes für immer verändert, es ist für uns zur Tür des Sieges der ewigen Herrlichkeit geworden.

Am Abend erleben wir in einem Beduinenzelt die Gastfreundschaft und erhalten so ganz nebenbei eine Lektion über Demut und Nächstenliebe. Was wäre, wenn wir Gott wirklich gehorchen? Isolde Müller fragt uns, wie verschüttet unsere Visionen sind, glauben wir tatsächlich, dass bei Gott nichts unmöglich ist? Haben wir ein Lachen des Unglaubens im Herzen? Gott hat uns nicht vergessen, er bestätigt heute neu, was er uns verheißen hat. Er hat die Lösung für all unsere Probleme, denn wo menschliches Denken aufhört, beginnt Gott mit seinen Möglichkeiten.

Kamel

Ich bin zum ersten Mal in Israel. Auf den Spuren Jesu zu gehen, ist für mich das Ergreifendste. Es berührt mich sehr und ich bin glücklich, hier zu sein. - D.S.

Jesus mit meinem ganzen Sein anzubeten, das habe ich heute begriffen. - E.S:

Die Atmosphäre im Garten Gethsemane und am Gartengrab stand für mich in so krassem Gegensatz zu dem turbulenten Treiben auf den Straßen. Ich habe mir nie vorgestellt, dass solche Gegensätze so unvermittelt aufeinanderprallen.
Mir hat man nicht sagen müssen, dass wir jetzt im jüdischen Viertel sind, das habe ich regelrecht körperlich gespürt, hier war auf einmal Freiheit und Frieden.
- H.+M.W.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Schon sehr früh machen wir uns auf und fahren mit den drei Bussen zur Einweihungsfeier des 40. Hilfsprojektes, das sich in einem sozial benachteiligten Viertel Jerusalems befindet. Kindergartenräume wurden mit der finanziellen Hilfe des Missionswerk völlig neu renoviert. Frau Pollak von der Jerusalem Foundation begrüßt uns und führt uns zu den Kindern, die schon ganz nervös sind. Die Erzieherinnen haben mit den ganz Kleinen zwei Lieder eingeübt und nach den ersten Tönen summen die meisten von uns mit: Hänschen klein, ging allein… die erste Strophe wird in hebräisch gesungen und dann singen die Kinder tatsächlich dieses Liedchen auf deutsch. Sie erhalten alle ein süßes Dankeschön, das mit großem Hallo in Empfang genommen wird. Im Turnsaal führen verschiedene Klassen als Dank für die deutsche Hilfe verschiedene Stücke auf. So hören wir ein Bachstück von Streichern gespielt. Frau Pollak bedankt sich im Namen der Jerusalem Foundation und Daniel Müller spannt den Bogen von der ersten Hilfe, die sein Vater Siegfried nach Israel gebracht hat bis heute zum 40. Projekt, das nun eingeweiht wird. Er schließt mit dem Aaronitischen Segen und verschiedene Kindergruppen tanzen und nehmen uns mit in ihre Freude hinein. Mit ausgelassener Freude singen wir: Halleluja leolam und tanzen zur Melodie von: Hevenu Shalom alechem.

Einweihung Kindergarten
Einweihung des Kindergartens in Jerusalem

Unser Weg führt uns heute zu den Quellen. Wir fahren in die Davidstadt und gehen von oben den erst vor wenigen Jahren entdeckten Weg durch die ausgehauenen Höhlengänge bis hinunter zur Quelle. Der steile Weg führt uns am Schacht vorbei, aus dem man zu Davids Zeiten das Wasser schöpfte. Die Quelle, die eine ganze Stadt versorgte und die sorgsam versteckt war. Ein ausgeklügeltes System, das schon vor mehr als dreitausend Jahren Menschen vor dem Verdursten rettete. Wir sind an unserer ersten Quelle angelangt.

Süßwassersee in Israel

Die nächste Etappe sind die Tempelstufen und damit kommen wir zu einer weiteren Quelle unseres Glaubens, denn diese Stufen stammen tatsächlich von dem Tempel, in den Jesus gegangen ist, Daniel liest Psalm 84,11 vor. Wir sind der Tempel des Herrn. Wir sind auch die Türhüter und bestimmen was rein – und was rausgeht. Bei Gott brauchen wir keinen Schaufensterbummel zu machen, er selbst ist die Tür, und er gibt uns, was wir brauchen. Er ist Herrlichkeit und gibt Herrlichkeit. Im Namen Jesus haben wir die Autorität und können befehlen. Ich entscheide mich, die Herrlichkeit Gottes in meinem Leben zu erleben und die Tür für den Herrn zu hüten.
Nun führt uns der Weg hinaus aus Jerusalem und wir fahren in Richtung Totes Meer. Dani erklärt uns, dass das Tote Meer seit Jahren immer mehr zurückgeht und kleiner wird. Vor einiger Zeit hat man eine faszinierende Entdeckung gemacht. In den leicht abfallenden trockenen Uferzonen sind Quellen entdeckt worden. Süßwasserquellen! Diese Quellen bilden nun an einer größeren Stelle schon einen kleinen See. Wir laufen durch das Naturschutzgebiet und sehen Büsche, Tamarisken, Dattelbäume und eine exotische Art von Fruchtbäumen, plötzlich stehen wir vor diesem See. Dahinter ist das Tote Meer, aber hier in diesem See schwimmen Fische. Isolde Müller liest uns aus Hesekiel 47 die Verse 8 bis 11 vor und wir erkennen, wie aktuell und lebensnah die Bibel doch ist. Wir sind Zeitzeugen. Es geschieht vor unseren Augen. Als Isolde uns bittet, doch die Salzkrusten aus unserem Leben zu entfernen, damit auch in uns frisches Wasser sprudeln kann und andere sich bei uns wohlfühlen, wird auch diese Lektion hier an dem See zur erlebten Bibel. So geschieht Heilung und Wiederherstellung auch bei uns, wie sie hier in der Natur zu sehen ist, und aus totem Wasser wird lebendiges Wasser.

Wie salzig das Tote Meer tatsächlich ist, probieren viele von uns gleich anschließend aus und lassen sich auf das Abenteuer ein. Wenn schon der 38 %ige Salzgehalt im Meer uns trägt, wie könnten wir da noch zweifeln, dass der 100 %ige Wahrheitsgehalt der Bibel uns nicht tragen könnte?

Die glücklichen Kinder heute Morgen waren für mich ein Schlüsselerlebnis. Ich habe mit einem kleinen Mädchen getanzt, es hat mich festgehalten und wollte mich gar nicht mehr loslassen. Das hätte ich am liebsten adoptiert. Die Kinder haben überhaupt so viel Liebe und Harmonie ausgestrahlt. - H.S.

Dass ich heute auf den Tempelstufen laufen durfte, auf denen Jesus gegangen ist, hat mich sehr ergriffen und mir die Bibel so lebendig und anschaulich gemacht. - E.G.

Zu sehen, dass es Fische in diesem neuen Süßwassersee gibt, beweist mir, dass Gott zu seinem Wort steht und sich alles erfüllt, was in der Bibel steht. Ich bin total begeistert und dankbar, dass ich das mit meinen Augen sehen durfte. Ich werde es meinen Freunden und Verwandten erzählen, die Bibel hat doch Recht. - B.D. + A.D.

Montag, 27. Oktober 2008

Ein Tag der Wunder wartet auf uns. Es beginnt schon damit, dass wir von strömendem Regen geweckt werden. Lang ersehnt von den Israelis, wir ändern deshalb unser Programm. Die Morgenandacht findet im Hotel statt.
Daniel spricht über Kapernaum, eine ausgesprochen arme Stadt zu Zeiten Jesu. Aber auch die Stadt, in der die meisten Wunder geschehen sind. Matthäus 8,5: Der Glaube des römischen Offiziers. Sprich nur ein Wort, sagt er und Jesus antwortet daraufhin: Solchen Glauben habe ich in Israel noch nicht gefunden. Wie sieht das bei uns aus? Leben wir in den Traditionen und in Förmlichkeiten? Jesus will uns normal. Wie oft reagieren wir überdreht? Gott will Echtheit und Normalität. Er redet nicht drum herum. Gott sprach und es ward. Wie viele Worte sprechen wir jeden Tag. Und jedes unserer Worte hat Kraft, auch die negativen. Worte können töten, verletzen. Wir sollten Worte des Trostes sprechen, Ermutigungen. In Psalm 107,20 steht: Er sandte sein Wort. Jesus ist das Fleisch gewordene Wort Gottes, er hilft auch heute. Es gilt, ihm nachzufolgen. Nicht den Wundern folgen, sondern dem, der die Wunder tut. Sein Wort ist das Wort des Lebens, der Liebe. Jeder, der Verletzungen hat, darf sie Jesus hinlegen. Alles, was an uns nagt, dürfen wir ablegen. Loslassen, was uns hält. Alle Lügen abstreifen, alle negativen Verstrickungen und Festlegungen müssen sich lösen. Den Menschen vergeben, die das Negative über uns ausgesprochen haben. Loslassen. Wir legen uns fest, fortan Worte des Glaubens zu sprechen.

Andacht auf dem See Genezareth
Andacht auf dem See Genezareth

Als wir in Kapernaum ankommen, bewegen uns diese Gedanken und nachdenklich stehen wir vor den Ruinen. Wir sind auf dem Weg der Veränderung und wollen künftig überlegen, bevor wir etwas sagen, damit Steine keine unüberwindliche Hindernisse auf unserem Lebensweg bilden, sondern Wunder geschehen.
Mensa Christi: Die Begebenheit aus Lukas 21,1-6 wird uns von Dani auf so verblüffende Weise ausgelegt, das wird das Thema einer ganzen Predigt. Als wir dort am Ufer des Sees stehen und das Haus auf dem Fels sehen, fühlen wir die Liebe Jesu und erkennen einmal mehr, wie allmächtig und allwissend unser Herr ist. Wie gut, wenn wir ihm gehorsam sind und das Netz auf der rechten Seite auswerfen. Gehorsam schafft die Voraussetzung für Wunder.
Nur ein paar Hundert Meter weiter setzen wir uns hin und hören Isolde zu, die uns von der Speisung der 4.000 erzählt. Sie erschließt uns den Zugang zu diesem Wunder auf eine neue Art. Sie zeigt uns, dass die Speisung der 5.000 eine Speisung für die Juden war und die der 4.000 für die Heiden. Jesus forderte die Jünger auf: Gebt ihr ihnen zu essen. Die Jünger hatten offensichtlich nichts gelernt, dabei hatten es doch live erlebt. Wie oft geht es uns genauso? Bei uns heute herrscht ein - Konferenzsyndrom. Wir sehen und lernen – und vergessen. Jesus sagte: Das Volk jammert mich. Er sieht auch uns. Er hat uns Versorgung zugesagt. Jesus weiß, dass wir verschmachten. Jesus weiß, dass viele (auch wir) von weither gekommen sind und er erwartet ein Gebet des Glaubens. 4.000 Erwachsene werden satt. 7 Körbe werden mit den Resten gefüllt. Bei der ersten Speisung waren 12 Körbe übrig – ein Sinnbild für die 12 Stämme, das ganze Volk. Jetzt sind 7 Körbe übrig. Auch hier Überfluss. Die Zahl 7 steht für die 7 Heidenvölker, die in 5. Mose 7,1 beschrieben sind. 7 Probleme. Für jedes Problem hat Jesus die Lösung, und zwar im Überfluss. Außerdem ist die Zahl 7 die Zahl der Vollkommenheit. Wenn wir dem Herrn das wenige, das wir haben, geben, passiert das Wunder der Vermehrung. Aus dem Samen entsteht Frucht. Nicht festhalten macht reich, sondern loslassen, geben, helfen, ausstreuen.

Geistig so gut ernährt fahren wir weiter und werden mit köstlichem St. Petersfisch verwöhnt. Keine kleinen Fischlein, sondern reichliche Portionen. Bei Tisch wird über das Erlebte und Gehörte gesprochen und viele stellen fest, der körperliche Hunger wird gestillt, aber der geistliche Hunger wächst.
Kaum in den Bussen prasselt ein Platzregen auf uns herab und der Himmel öffnet buchstäblich Schleusen. So viel Regen ist ungewöhnlich, aber kaum hört er auf, steht ein doppelter Regenbogen am Himmel und wir fahren mit der sichtbaren Verheißung unseres Vaters zum Jesus-Boat-Museum. In Tiberias ist es so stürmisch, dass es sogar eine Zeitlang fraglich ist, ob uns die beiden Boote abholen können, aber Gott sei Dank kommen sie doch noch rechtzeig nach Genosar und wir steigen ein. Daniel predigt über Matthäus 14.22 und wir merken, dass die Botschaft direkt in unser Herz zielt. Wie häufig haben wir das Gefühl auf Gottes Anweisung hin etwas getan zu haben und stecken mitten in einem Sturm – so wie die Jünger? (Plötzlich steht wieder ein doppelter Regenbogen am Himmel.) Denken wir dann nicht auch, dass Jesus uns nicht hört und sieht? Wir schöpfen Wasser aus dem volllaufenden Boot. Die Jünger erkannten Jesus nicht und schrien vor Angst, sie waren verwirrt, aber Jesus hat für sie gebetet. Er vertritt auch uns heute im Gebet. Wir sollten rechtzeitig tanken, damit wir im Sturm nicht in Panik geraten. Wenn wir auf dem Wasser und auf Jesus zugehen, kann es zwar stürmisch sein, doch Jesus streckt uns die Hand entgegen. Blicken wir aber auf uns oder auf die Probleme, beginnen wir zu sinken. Glauben heißt, auch im Unmöglichen Jesus zu vertrauen. Wir lösen uns von allem, was (vermeintlichen) Halt gibt. Nur Jesus gibt uns seine Hand und gemeinsam mit ihm gehen wir ins Boot. Jesus hat am Kreuz alles für uns gegeben, damit wir frei sein können. Danke Vater, dass Du uns so grenzenlos liebst und trägst – auch im Sturm.

Mittlerweile ist es dunkel geworden und Daniel, der Bootseigentümer erzählt uns sein Lebenszeugnis und führt uns in eine starke Anbetungszeit. Wir stimmen voller Dankbarkeit in den Lobpreis mit ein. Die Predigt hat uns so wunderbar vorbereitet, dass wir nun gemeinsam mit ihm unseren Messias innig preisen und eigentlich gar nicht aufhören wollen. Machen Wunder süchtig?

Ich war vor 40 Jahren schon einmal in Israel und damals hat praktisch niemand mit uns gesprochen, heute erlebe ich so eine Freundlichkeit. Das was ich heute in Kapernaum und hier auf dem Boot erlebt habe, macht mich einfach nur glücklich und dankbar. Ich bin so froh, dass ich genau auf dieser Reise mit dabei sein kann. - R.Ch.

Dieser Tag ist ein Tag voller Geschenke. Wir haben so wundervolle Predigten gehört, wir konnten zwei Mal zwei doppelte Regenbogen sehen. Es hat geschüttet, aber wir saßen im Bus, alle Besichtigungen konnten wir trockenen Fußes machen. Alles ist perfekt. Die Liebe Gottes wird über uns ausgegossen. Und ich habe endlich mein Schofar bekommen. - C.L.

Wir spüren es förmlich, Gott hält seinen Schirm über uns. - U.P.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Auch der heutige Morgen begrüßt uns mit heftigen Regenfällen. Ist es sehr egoistisch, dass wir uns schönes Wetter wünschen? Die Israelis sind über den Regen mehr als glücklich. Wir sehen es selbst, dass der Wasserstand des Sees auf besorgniserregendem Niveau ist. Da wo wir vor einem Jahr schwimmen konnten, wächst Gras. Israel braucht den Regen, und wir beten jetzt einfach um Lücken, damit wir trotzdem all das besichtigen und unternehmen können, was heute auf dem Programm steht.
Isolde führt uns am Morgen das Leben Sauls vor Augen. Der von Israel ersehnte König, berufen und gesalbt, siegreich und offensichtlich von Gott bestätigt. Wie schnell hat er sich überhoben und seine Macht missbraucht und ging eigene Wege. Das ist für uns zur Warnung geschrieben, denn wir sollten die ganze Schrift als Spiegel für uns benutzen, uns prüfen und korrigieren lassen. Bei unserer Bekehrung bekommen wir ein neues Herz. Sobald Prüfungen kommen, entscheidet sich, ob wir überwinden oder überwunden werden. Wenn wir in Sünde leben, muss sich Gott abwenden. Wir greifen schnell nach okkulten Hilfsmitteln, da ähneln wir Saul sehr, und schon sind wir auf Abwegen. Wenn wir dann, wie Saul, von Gott keine Antwort bekommen, ist es höchste Zeit umzukehren und Buße zu tun. Menschen begehen Fehler, aber wir haben die wunderbare Möglichkeit, sie unters Kreuz zu bringen. Wir bitten Gott um Vergebung. Der Knackpunkt in Sauls Leben kam, als er die Dinge selbst in die Hand nahm. 1. Samuel 13,8-15. Gott verwirft ihn – lässt ihn aber trotzdem weitere 10 Jahre im Amt. Gott ist souverän. Er setzt ein und ab. Wir dürfen nicht richten, wir sollten beten, für andere und für uns selbst. Gott ließ Saul Zeit zur Umkehr und er lässt sie auch uns. Aber wir dürfen nicht denken, dass Gott ein Auge zudrücken würde. Saul hatte nur noch das Amt, die Salbung ging auf David über. Und Saul wurde mehr und mehr neidisch, Hass erfüllt, er mordete, wurde depressiv und ging schließlich zur Wahrsagerin (1. Samuel 28,3-20). Geisterbeschwörer holen Dämonen herbei, die sich als die Toten ausgeben 1. Chr. 10,13+14. Saul hört das vernichtende Urteil über sich selbst und über seine Familie. Er stirbt am nächsten Tag wegen seiner Treulosigkeit und weil er den Herrn nicht mehr gesucht hat. Jesus, danke, dass wir in Ehrfurcht vor Dir leben, wir brauchen keine Angst zu haben, denn Du hast den Sieg längst errungen, wir sind Deine Kinder und wollen die Gnadenzeit nutzen und rechtzeitig Vergebung suchen, wenn wir gesündigt haben.

Reisegruppe unterwegs

Mit den Bussen fahren wir zunächst ins Tal des Jithro. Wir sehen vor uns den mächtigen Berg Tabor auf dem Jesus vor den drei Jüngern verklärt wurde und auf dem Petrus gleich die Hütten bauen wollte. Hier haben sich viele biblische Geschichten ereignet. Unser Reiseleiter erklärt uns, wie Debora den Sisera austrickste und ihn in das Schlammgebiet lockte, wo seine eisernen Kriegswagen versanken. Eine Frau hat den Sieg über die Feinde errungen. Rasch sind wir in dem kleinen Dorf Nain. Ein komplett arabisches Dorf. Den Schlüssel zum Kirchlein erhalten wir von einer Araberin. Eine schmucklose Kirche, alte, angelaufene Kerzenständer, die so aussehen, als wäre nie eine Kerze darauf gestanden, keine Orgel, nichts. Aber kaum fangen wir zu singen an, ändert sich schlagartig die Atmosphäre. Jesus ist hier. Pastor Daniel spricht über Lukas 7,11, als Jesus den Trauerzug unterbricht und den Weg zum Friedhof durchkreuzt. So kommt auch Jesus heute in meine Situation und verändert alles – wenn ich es ihm übergebe. Am Toreingang meines Herzens treffe ich die Entscheidung, wer rein darf. Ich kann es öffnen und schließen. Menschen, Methoden, Religionen können enttäuschen, Jesus nicht. Er weiß alles, er kennt mich. Es ist auch heute noch das erklärte Ziel des Feindes, uns zu vernichten. Er will uns auf den Friedhof bringen. Es ist aber nicht die Zeit zu sterben, sondern zu leben.

Andacht in Nain
Andacht in Nain

Jesus ist im Tor und sagt: Weine nicht. Als Jesus den toten Jungen berührte, erwachte er zu neuem Leben. Wenn Jesus mich berühren darf, muss die Krankheit stoppen, die tote Situation sich ändern, Liebe wird auflodern. Jesus macht alles neu. Gott schenkt Pastor Daniel einige Eindrücke und Impulse. Auch heute wirkt Gott und Krankheiten müssen gehen und Heilung findet statt. Wir sind gespannt, was uns in Kürze berichtet wird. In die andächtige Stimmung hinein dröhnt der Muezzin und gleichzeitig beginnen wir wieder mit himmelstürmendem Lobpreis und Anbetung. Wir verehren unseren Gott. Es hat wieder zu regnen begonnen und wir fahren weiter auf die Höhe des Gebirges. Dort weht ein starker Wind, trotzdem steigen wir aus, schauen in das Tal hinunter und Reiseleiter Dani erzählt uns, wo die Schlacht stattgefunden hat, in der Saul und seine drei Söhne den Tod gefunden haben und wo David in dieser Zeit war. Gott hat ihn viele hundert Kilometer weiter nach unten geschickt, dort musste sich David um Ziklag kümmern. Gott wollte ihn so weit wie möglich von Saul weg haben. Die Zeit für Davids Erhöhung war gekommen. Menachem liest uns das Trauerlied vor, das David beim Tod von Saul und Jonathan geschrieben hat. Es wird auch heute noch gelesen, wenn israelische Soldaten im Kampf fallen. Wir fahren weiter nach Sachne. Hier sprudelt eine warme Quelle über drei Terrassenbecken. Türkisgrünes Wasser lädt ein. Schrager und seine Frau haben uns in dem angrenzenden Parkgelände ein herrliches Picknick bereitet, und wir lassen uns verwöhnen. Um vielen eine Freude zu bereiten, bleibt ein Bus hier oben und die Badelustigen können sich austoben. Wenn auch die Sonne nicht so stark scheint und es zumindest für israelische Verhältnisse kalt ist, nehmen doch viele die Gelegenheit wahr und gehen schwimmen.

Buffet im Grünen
Buffet im Grünen

Die Ansprache in der Kirche in Nain hat mich heute sehr angesprochen und berührt. - G.F.

Egal, dass es hier geregnet hat, trotz der Kälte war das Wasser doch einfach nur herrlich. - O.N.

Der Lobpreis in der Kirche war phänomenal. Wenn nur die Muslime mitbekommen würden, was aufgrund unseres Lobpreises geschieht. Sie würden den wahren Gott erkennen. - H.I.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Unter strahlendblauem Himmel starten wir nach Kana. Der Kibbuz Maagan liegt 210 m unter dem Meeresspiegel und es gleich ziemlich bergauf. Nach wenigen Minuten erreichen wir die Wasserscheide, von hier fließen die Wasser entweder in den See Genezareth oder ins Mittelmeer. Wir fahren durch das Gebiet des Stammes Asser. Asser ist bekannt für seine Oliven. Das Öl dieser Oliven wurde als Salböl benutzt. Kana ist heute ein arabisches und damit muslimisches Dorf, einige Christen wohnen noch dort, aber kein einziger Jude. Nachdem in der Kirche ausschließlich Katholiken einen Gottesdienst feiern dürfen, weichen wir auf den Garten aus und hören dort eine sehr bewegende Predigt von Pastor Daniel. Maria sagt zu den Dienern: Das, was ER euch sagt, das tut. Als Jesus die Diener bittet, die Krüge mit Wasser zu füllen, entsteht keine Diskussion oder Frage, sie tun es einfach. Jesus verwandelt die 600 Liter Wasser in Wein. Es war offensichtlich die beste Entscheidung des Brautpaares, Jesus einzuladen, es ist auch meine beste Entscheidung, ihn in mein Leben einzuladen. Er belohnt uns mit seiner Gegenwart und seiner Hilfe. Wir erkennen, Jesus ließ sich nicht durch Bitten seiner Mutter zu etwas bewegen, er reagierte ausschließlich auf das, was er seinen Vater sagen hörte, ihm war er in allem gehorsam. Wir tun gut daran, Gott zu vertrauen, dass er auch uns im richtigen Moment sagt, was wir tun sollen. Er bestimmt den Zeitpunkt und Ort, nicht wir. Jesus sagt. Ich bin der Weinstock, er machte darum auch den besten Wein, rein, unverfälscht und im Überfluss. Auch mein Krug soll heute randvoll mit Segen werden. Das kann er aber nur, wenn er gereinigt und leer ist. In 2. Kor. 4,7 steht, dass wir diesen Schatz in zerbrechlichen Gefäßen tragen. Wenn Gott uns segnet, können wir auch für die anderen ein Segen sein. In solchen zerbrechlichen Tonkrügen wurde in früheren Zeiten auch das kostbare Öl aufbewahrt. Sogar die Schriftrollen, die in Qumran gefunden wurden, waren in Tonkrügen. Nie hätten sie über 2000 Jahre überdauert, wären sie nicht in Krügen versiegelt gewesen. Fällt eine Fliege in unser Wein- oder Wasserglas ekeln wir uns, weil sie den Inhalt verunreinigt und verdirbt. So sollten wir uns auch vor der Sünde ekeln, die unser Leben verunreinigt und uns ungenießbar macht und von Gott trennt. Pastor Daniel rief uns zu: Handle entschlossen und nicht halbherzig. Sei ein ganzer Christ. Mach es wie Maria und tue das, was Jesus dir sagt. Wir werden dadurch kein Massenprodukt, Jesus hat das Wasser in keinen Billigwein verwandelt, sondern wir tragen das Prädikat: Heilig – ausgesondert für Gott.
Danke Jesus Christus, dass wir zu Dir kommen dürfen, danke, dass wir keinen Vermittler brauchen. Du liebst uns und wir beten Dich an.

Wir fahren weiter zur Ölpresse. Der Himmel ist dunkel geworden, wir kommen in einen Wolkenbruch, es hagelt sogar. Dani jubelt: Wieder ein Zentimeter mehr Wasser für den See Genezareth. Oben auf dem Berg – es wird ganz still im Bus – liegt Hagel auf der Straße. Es sieht wie im Winter nach einem Schneefall aus. Land der Gegensätze und der Überraschungen. Wir schicken ein Stoßgebet zum Himmel, dass der Hagel den Olivenbäumen nicht geschadet hat, denn rings herum erstreckt sich das größte und älteste Olivenanbaugebiet Israels. Nach wenigen Metern ist nichts mehr vom Hagel zu sehen und wir fahren weiter zur Ölpresse. Die Familie, die die Ölpresse betreibt gehört zu den ganz wenigen Familien, die ihren Stammbaum bis auf die Zeit des Zweiten Tempels zurückverfolgen können und diese Familie hat Israel niemals verlassen. Welch ein Erbe! Perez begrüßt uns und bedankt sich, dass wir den Segen – den Regen mitgebracht haben. Der Regen ist lebensnotwendig. Vor ein einhalb Wochen hat die Olivenernte angefangen 90 % der Olivenernte Israels kommt aus diesem Gebiet. Er erzählt uns, dass Öl seit jeher im jüdischen Glauben eine große Rolle gespielt hat, sowohl im geistlichen Bereich, wie auch im medizinischen. Er schildert uns die Vorzüge des Öls und lädt uns gleich zur Kostprobe ein, was wir gerne annehmen. Es schmeckt köstlich. Natürlich kaufen wir auch die hochgelobte Creme und werden wohl bald von den glättenden Erfolgen berichten! Weiter geht die Fahrt nach Betsaida. Pastor Daniel erklärt uns in der Andacht, dass dies die Heimatstadt von Petrus, Philippus und Andreas ist. Hier heilte Jesus einen Blinden. Es ist eine außergewöhnliche Geschichte und zeigt uns aufs Neue, dass Jesus nicht nach Schema F handelt, sondern mit jedem seine individuelle Führung hat. Schreibe ich Jesus vor, wie er mich heilen soll? Immer wieder stellen wir fest, manche Menschen sehen sofort klar, manche erkennen erst allmählich – so wie dieser Blinde. Wir dürfen nicht übersehen, dass Jesus ihn bei der Hand und aus dem Trubel herausgenommen hat. Auch wir bekommen in der Stille unsere Berufung, unseren Auftrag. Gerade in geistiger Hinsicht müssen wir klar sehen und unterscheiden können. Wenn uns Jesus die Augen öffnet, unterscheiden wir zwischen Geist und Fleisch. Wir brauchen diese klare Sicht. Bei und mit Jesus Christus fühlen wir uns wohl und sind dann weder lau noch überdreht. Wir wollen auf diesem Niveau leben und danken Dir Jesus, dass Du uns dieses neue Leben schenkst, denn Du bist so gut.

Mit dem Bus sind wir in kurzer Zeit im Jordanpark angelangt und werden wieder mit einem außergewöhnlich guten Essen verwöhnt. St. Petersfisch, es schmeckt einfach herrlich. Wir sitzen an liebevoll gedeckten Tischen, die Sonne scheint. Nach dem Essen ziehen sich die meisten für die Kajakfahrt um. Von wegen ein Unternehmen für die Jugend, unsere älteste Teilnehmerin (78) steigt mit ins Kajak. Überhaupt ist der Mut unserer älteren Geschwister bemerkenswert. Sie jauchzen und sind einfach rundherum glücklich. Sie machen einfach alles mit und strahlen, egal ob es nass wird, langsam oder schnell vorangeht, Hauptsache dabei.

Ich bin schon viel und weit gereist, habe auch schon viele Pilgerfahrten unternommen, aber diese Reise übertrifft alles. Es ist eigentlich unbeschreiblich, angefangen vom Hotel, ich bin hier mit wunderbaren Geschwistern zusammen. Pastor Müller und seine ganze Familie, eine wirklich besondere Familie. Er und seine Frau beschenken uns auf dieser Reise bis zum geht nicht mehr. Sie geben alles, der Lobpreis, das Gebet, alles ist unbeschreiblich, Die Predigten gehen ins Herz. Ich komme wieder mit. - H.K.

Die beste Entscheidung ist: Jesus einzuladen. Was Jesus macht ist vollkommen. Was ER euch sagt, das tut. Dies sind für mich herausragende Sätze, die ich verarbeite. Eigentlich bin ich auf diese Reise geschubst worden – ich bin so dankbar, dass ich dabei bin. - H.Kö.

Ich habe viel von dieser Reise erwartet, aber dass es so wundervoll wird, übertrifft einfach alles. - K.L.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Von wegen Morgenmuffel, keine Chance. Rahel und die Jugendlichen machen heute Morgen den Lobpreis, mitmachen und Gott mit Händen und Füßen preisen ist angesagt. Rahel erzählt uns ein bisschen über die Jugendarbeit, wie sie hineingewachsen ist, und wie Gott die Arbeit insgesamt gesegnet hat. Aus kleinen Anfängen ist eine Supergruppe geworden, die sich nicht nur freitags trifft, sondern auch mittwochs. Und das Mittwochsgebet ist für Rahel auch die Keimzelle und Ursache für das überdimensionale Wachstum, das Gott sei Dank aber vor allem in der Qualität zu messen ist und nicht nur in der Quantität.
Rahel kommt ohne Umschweife auf ihr Thema zu sprechen. Sie spricht über Ester, das jüdische Waisenmädchen, das von ihrem Cousin aufgezogen wird. Ester ein ausgesprochen hübsches Mädchen fällt den Soldaten auf, als sie durch das Land ziehen und nach Mädchen suchen, die als Nachfolgerin für die verstoßene Königin in Frage kommen. Ester ist demütig und wehrt sich nicht, als sie nun auch noch ihren Pflegevater verlassen muss. Was mag wohl in ihr vorgegangen sein? Wieder einmal eine dunkle Zukunft vor sich und dieses Mal sogar ohne die Aussicht, jemals wieder aus dem Harem herauszukommen. Ganz offensichtlich vom sog. Schicksal benachteiligt, oder? Doch wir lesen nichts von Depression, Trauer oder Aufbegehren. Nach wie vor ist sie demütig. Eine weitere Katastrophe bahnt sich an. Ihr Volk soll ausgelöscht werden, wie reagiert sie und was können wir von Ester lernen? Als sie von dem Anschlag erfährt, fragt sie, was geschehen ist. Natürlich hat sie Angst, doch sie weiß, wie sie damit umzugehen hat. Sie fastet und betet und fordert dazu auch alle, die mit betroffen sind auf. Ihre Antwort: Wenn ich umkomme, dann komme ich um, zeigt ihre Haltung. Sie geht den ersten Schritt und Gott gibt alles. Auch wir können Gott sagen: Ich will es wissen, dass Du mich führst und trägst. Wir wollen Gott in jeder Situation vertrauen. Gott ist bei uns. Egal, ob alle uns verlassen, er wird uns nicht verlassen. Wenn wir vorwärts gehen, gibt er uns Weisheit, Kraft und Stärke. So kommen wir an den Platz, an dem Gott uns haben will. Jeder von uns ist wichtig für Gott.

Total aufgebaut steigen wir in die Busse und fahren los. Pastor Daniel liest uns das komplette Kapitel 6 aus dem Lukasevangelium vor und erklärt uns die Zusammenhänge und den Kontext. Es geht keineswegs allein um die Seligpreisungen. Natürlich ist auch hier wichtig, was steht davor und danach. Wir Christen sollten aber den Zustand der Seligkeit nicht nur anstreben, sondern erleben. Selig ist ein Zustand des Empfindens großer Zufriedenheit. Und das erleben wir heute live.

Götzenaltar in Dan
Götzenaltar in Dan

Wir fahren durch das Gebiet Naphtali, hier war die Stadt Hazor, Sitz des Königs der Kanaaniter. In Dan angekommen, gehen wir den Pfad durch die Ruinen dieser Stadt und setzen uns vor die Überreste des Götzenaltars. Isolde liest uns aus 1. Kön. 11,6-13 vor , wie sich Salomon durch seine unglaublich vielen Nebenfrauen zum Götzendienst verleiten ließ. Das traurige Ergebnis ist, dass Jerobeam sogar zwei goldene Kälber baute und das ganze Volk zum Götzendienst verleitete und letztendlich sein Königtum unterging und nur die Linie der Könige von Juda übrigbleibt. Unser Fazit ist: Fall nicht auf die Hilfsangebote Satans (z.B. Horoskope, östl. Religionen, Talismane, Esoterik, alternative Heilmethoden) herein und probiere sie nicht aus. Wirf weg, was dich hindert und was Gott dir offenbart. Räume aus. Lass dir von Gott zeigen, was dich hindert und zurückhält. Danke Jesus, dass Du gnädig bist und uns verzeihst. Du willst enge Gemeinschaft mit uns und Dein Name soll hoch erhoben sein. Bereits auf dem Weg zum Bus finden viele Gespräche statt und einiges wird gleich bereinigt.

Als wir in Banias = Caesarea Philippi ankommen, gehen wir zur Jordanquelle und Pastor Daniel fragt uns mit der Bibelstelle aus Matthäus 16,13: Für wen haltet ihr mich(Jesus)? Gilt die Antwort des Petrus auch für uns, ist Jesus Christus für uns auch der Eine und Einzige? Petrus wusste, dass Jesus der Fels ist und er wusste auch, dass nur der Glaube an ihn trägt. Dieser Glaube hat auch für uns Bestand. Alles, was auf diesen Felsen gebaut wird, ist auf das richtige Fundament gebaut. Der lebendige Glaube trägt die Gemeinde und ihr kann die Hölle nichts anhaben.
In einem nahegelegenen Garten-Lokal bekommen wir unser Mittagessen. Natur pur, kleine Bächlein laufen durch das Gelände und wir können nur zum wiederholten Mal sagen, wir werden einfach wunderbar versorgt. Anschließend geht es weiter auf die Golanhöhen. Dani erklärt uns, wie 1973 im Befreiungskrieg 24 Panzer es mit der syrischen Armee aufgenommen haben, sie standen 600 Panzern gegenüber. Wer hat gewonnen? Gott schenkte den Israelis den Sieg. Wir sehen unten vor uns die Straße nach Damaskus, hier war es auch, dass aus dem Eiferer und Christenverfolger Saulus ein Paulus wurde. Nachdem es jetzt richtig stürmt und kalt wird, beeilen wir uns, wieder in die schützenden Busse zurückzukommen. Ein ereignisreicher Tag geht langsam zu Ende.

Die Predigt von Rahel war prägnant und hat mich total begeistert, ich habe so davon profitiert. In dem Mädchen steckt ein gewaltiges Potential. - S.+K.D.

Ich habe Rahel bewundert, sie ist mutig und es war sehr eindrucksvoll, was sie gesagt hat, sie ist so natürlich und hat einen Eifer. Es war einfach enorm, ich möchte noch viel mehr von ihr hören. Es ist wunderbar zu sehen, was passiert, wenn Menschen zulassen, dass der Heilige Geist sie führt. - E.F. + E.N.

Der heutige Tag war wundervoll – wie jeder bisher. Als ich heute auf den Golanhöhen stand, dachte ich an die Predigt von heute Morgen, an Ester. Als ich 1981 schon einmal hier war, hatte ich auf der ganzen Reise ein beklemmendes Gefühl. Heute unter dieser Reiseleitung hatte ich nicht einmal den Hauch von Angst, es ist einfach nur schön. Es sollten viel mehr Leute mitkommen, damit sie sehen, wie es wirklich ist, dann könnten sie sich ein reelles Bild machen und die Nachrichten ganz anders verstehen. - W.B.R.

Freitag, 31. Oktober 2008

Wir sitzen am See, uns gegenüber ist Kapernaum und der Berg der Seligpreisungen, eine Idylle und es kann gar nicht anders sein, als dass wir Gott loben und preisen, es ist so wunderschön hier. Strahlendblauer Himmel – ein herrlicher Tauftag! Pastor Daniel liest uns Johannes 15.9 vor: Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch. Bleibt in meiner Liebe. Und Römer 8,33-39: … nichts vermag uns zu scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Auch heute stellt sich uns die Frage, glauben wir das, glauben wir auch das, was wir singen, sind wir mit dem Herzen dabei, nehmen wir es an? Jesus stellte Petrus in Johannes 21 dreimal die eine Frage. Leider haben wir im Deutschen nur eine Übersetzung für das Wort Liebe. Im Griechischen wird genau unterschieden und Jesus fragt hier Petrus zweimal, ob er ihn mit der Liebe Gottes, der Agapeliebe, liebt und Petrus antwortet zweimal, dass er ihn mit der Phileoliebe – der menschlichen Liebe – liebt, halt gern hat. Beim dritten Mal fragt ihn Jesus nämlich auf diesem Niveau: Hast du mich gern, hast du mich lieb? Und Petrus sagt traurig: Ja Herr, Du weißt doch, dass ich dich lieb habe. Jesus kam auf unsere Erde und hat alles erlebt und gefühlt, was wir erleben und fühlen. Erinnern wir uns, dass Petrus nur wenige Tage zuvor Jesus verleugnete? Wir sagen schnell, ich hab dich lieb und eine Angstsituation oder Zorn – und schon ist unsere Liebe verflogen. Jesus liebt uns mit göttlicher Liebe, einer Liebe die dient, gibt, gehorcht , sich verschenkt. Gott handelt nicht aus Gefühlen heraus. Gott hat eine Entscheidung getroffen und seine Liebe hört niemals auf. Da wir mit Jesus Christus gekreuzigt, gestorben und auferstanden sind und Jesus durch den Heiligen Geist in uns lebt, können wir mit dieser göttlichen Liebe lieben. Diese Liebe hängt nicht mehr von Gefühlen ab, sondern der Heilige Geist ermahnt uns in Liebe und zeigt den Weg zur Umkehr. Nichts und niemand kann die Liebe Gottes unwirksam machen. Hier im Heiligen Land direkt am Ufer des Sees Genezareth beten wir: Ich liebe Dich Herr, lass uns in die Agapeliebe hineinwachsen, damit wir freudig Deinen Geboten gehorchen. Seht doch, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns schenkt. Wir sind wirklich seine Kinder (sh. 1. Joh. 3.1).

Abendmahl
Abendmahl

Wir feiern gemeinsam das Abendmahl und beten Gott an. Sogar die Vögel stimmen in unseren Lobpreis mit ein und viele, sehr, sehr viele möchten am liebsten in dieser Haltung verharren, Gott ist spürbar unter uns. So aufgetankt und voller Liebe fahren wir mit unseren Täuflingen an den Jordan und feiern gemeinsam mit 29 Täuflingen die Taufe. Ein wundervolles und ergreifendes Erlebnis. Ein absoluter Höhepunkt unserer Reise. Am späten Nachmittag sieht man viele versonnen am See spazieren gehen, wir haben viel zu verdauen. Dank sei Gott.

Mich beeindruckt die Ruhe, die Daniel und Isolde ausstrahlen, ich bin so dankbar für die Predigten, vor allem für die heutige und das Abendmahl. - B.D.

Ich habe heute Morgen dem Herrn eine Frage gestellt und in der Predigt prompto die Antwort bekommen. Die Atmosphäre beim Lied Kadosh war der Himmel auf Erden, davon will ich mehr und erwarte mehr. - R.K.

Heute war ich beim Sonnenaufgang und beim Sonnenuntergang schwimmen, das war für mich etwas ganz Besonderes. Ich bin hier so froh und entspannt. - H.S.

Samstag, 1. November 2008

Was erwarten wir von unserem letzten Urlaubstag? Pastor Daniel spricht über den Glauben. Was ist der Glaube ohne Erwartungshaltung wert? Jesus hat uns gesagt, bittet, so wird euch gegeben, klopfet an, so wird euch aufgetan. Wie oft warten wir auf den zweiten Teil der Zusage, ohne den ersten zu erfüllen. Wir müssen anklopfen, wir müssen bitten, dann geschieht etwas. Warten ist aktiv und nicht passiv. Niemals aufgeben. In der Vorfreude auf das leben, was wir bereits fest im Herzen tragen und erwarten. Wir bereiten uns vor, Gott hat den richtigen Zeitpunkt. Daniel macht uns das in einem Beispiel plausibel. Wir kaufen die Fahrkarte, gehen zum Bahnhof, warten am Bahnsteig und steigen ein. Wer würde am Bahnsteig stehen bleiben und den Zug abfahren lassen, weil er meint, er wäre nicht gemeint und dürfe nicht einsteigen? Wir haben nicht nur eine Fahrkarte von Gott bekommen, wir sind sogar seine Kinder, uns gehört der ganze Segen. Wir müssen ihn aber in Anspruch nehmen! Plane deine Heilung, plane deine Zukunft. Bereite dich vor und erwarte Großes von unserem Herrn. Daniel und Isolde beten mit allen, die ein Gebet wünschen. Jesus ist mitten unter uns, das ist nahezu körperlich spürbar. Worte der Ermutigung und Worte der Erkenntnis sprudeln und Segen fließt.

Heute haben wir frei, denn durch das Radrennen um den See, musste das Programm des Samstags in die anderen Tage eingebaut werden. Ganz ehrlich, das ist ein totaler Segen, wir genießen die Zeit, können Gespräche führen. Überall sieht man Grüppchen, die eifrig miteinander diskutieren. Es ist offensichtlich, wie wohl sich jeder fühlt. Heute ist Erholung für den Körper pur.
Ich habe die Andacht heute Morgen so genießen können, das Gebet war ein absolutes Highlight. Die frohen Gesichter, ich bin so dankbar. Der Tag heute war Erholung und Entspannung, ein Ausklingen lassen im wahrsten Sinn des Wortes. Vieles klingt in mir nach.
- C.S. M.S.

Mit dem Missionswerk jederzeit wieder hierher! Und für heute Abend erwarte ich: Das Beste kommt zum Schluss. - M.L.

Wir sind den Radfahrern so dankbar, wegen ihnen erleben wir einen entspannten Tag am See und genießen die Sonne, die Atmosphäre, einfach alles. - L.Z.

Heute konnten wir in Ruhe miteinander kommunizieren und Gemeinschaft erleben, Leute besser kennenlernen, Beziehungen knüpfen. Ich konnte sogar mein Buch zu Ende lesen. Rundum zufrieden. - T.W. + D.R.

Unsere besonderen Gäste zur Abschlussfeier sind Eli, der Leiter des Kibbuzims, Oni Amiel der Leiter der Reisegesellschaft und David Davis mit seiner Frau Karen, Peter und Rita Tsukahira vom Berg Karmel. Eli und Oni bedanken sich mit überaus herzlichen Worten und segnen uns. Man spürt die Dankbarkeit, das ist keineswegs nur eine Geschäftsverbindung und Pflicht, sondern ihre Augen und ihre Worte sprechen eine Sprache, die von Herzen kommt – und zu Herzen geht. Oni sagt, ihr seid ein Segen für Israel und ihr geht gesegnet nach Hause. Auch die Reiseleiter bedanken sich bei der Gruppe, es war wirklich für beide Teile ein Vergnügen. Pastor Daniel hebt die Disziplin und die Pünktlichkeit aller hervor und bedankt sich, dass die Gruppe es ihm so leicht gemacht hat.
Karen Davis leitet uns im Lobpreis und David Davis spricht über den einen neuen Menschen, er erzählt kurz, wie er nach langen und dunklen Irrwegen Jesus gefunden hat und wie er heute auf dem Berg Karmel die Erfüllung des Bibelwortes aus Epheser 2, Vers 14 erlebt: Er hat aus beiden – Juden und Heiden – ein Ganzes gemacht und die Grenzmauer, die uns trennte hinweg getan. Auch ihr seid dieser eine neue Mensch in Christus. Ja, in diesem Bewusstsein wollen wir diese frohe Botschaft mit nach Hause nehmen und Botschafter sein.

Sonntag, 2. November 2008

Eine letzte Andacht im Kibbuz. Was können wir von den vier Männern lernen, die den Gelähmten unbedingt zu Jesus bringen wollten (Lukas 5,17). Sind wir auch so beharrlich, so mutig, so entschieden? Lass dir die Kraft, die Freude, die Liebe Gottes nicht rauben. Wir wollen uns nicht beirren lassen, wenn zu Hause jemand uns wieder auf den Teppich holen will, wir haben die Herrlichkeit Gottes erlebt und wissen, dass Jesus unseren Glauben sieht und sich darüber freut. Er will, dass es uns gut geht, und zwar an Geist, Seele und Leib.
Nimm die leere Trage als Andenken mit, aber lege dich nicht mehr drauf. Vergiss niemals die Güte Gottes. Wir – Daniel und Isolde – wünschen euch dass ihr auch weiterhin Gott erlebt. Ihr seid herzlich eingeladen, uns in Karlsruhe zu besuchen. Schreibt uns, bleibt in Verbindung mit uns, vor allem aber, bleibt in Jesus!

Lobet den Herrn. Schön ist es unserm Gott zu singen. Herzensbedürfnis, in zu preisen. (Psalm 147)
Nächstes Jahr in Jerusalem!

Wir möchten all jenen zu Hause danken, die für uns und die Reise gebetet haben, ihr habt einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg dieser Reise. Gott vergelte es euch überreich, seid gesegnet.

 
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